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Gefördert als JOBSTARTER-Projekt

Praxistag in Unternehmen gut gestartet

Der Praxistag in Unternehmen hat heute seine Feuertaufe gut bestanden. Die Neuntklässler der Mittelschule Innenstadt aus Görlitz waren heute erstmals in ihren Praktikumsbetrieben. Fortan werden sie jeden zweiten Dienstag einen kompletten Tag "in der Produktion" verbringen und dabei bis zu drei verschiedene Unternehmen kennen lernen. Sowohl Schüler als auch Unternehmer zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf des Premierentages. Kommenden Dienstag starten dann auch die neunten Klassen der Melanchthonschule in den Praxistag.



Impressionen vom ersten Praxistag aus dem Honda-Autohaus Lust, Roller, dem Autohaus Liske und dem Hotel Sorat.

Bereits am letzten Freitag hat die Nachrichtenagentur dpa die "Rückkehr zum UTP" thematisiert:

Unterricht in Betrieben - Görlitzer Schüler schnuppern Praxisluft
Von Anett Böttger, dpa

Görlitz (dpa/sn) - Bohren, Fräsen, Schleifen - mit diesen Spanverfahren machte mancher Jugendliche zu DDR-Zeiten beim Unterrichtstag in der Produktion - kurz UTP - Bekanntschaft. Egal, ob solche Fertigkeiten später im Berufsleben hilfreich waren: Im Fach UTP oder «Praktische Arbeit» (PA) - wie es später hieß - lernten Schüler den Alltag in Betrieben zumindest etwas kennen. An dieser Idee orientiert sich ein neues Projekt im ostsächsischen Görlitz. Mit Beginn des kommenden Schuljahres wird dort ein «Praxistag im Unternehmen» eingeführt. Das Modellvorhaben startet am Dienstag (26. August) in zwei von vier Mittelschulen der Neißestadt.

«Wir haben 27 Firmen mit im Boot, die rund 100 Plätze zur Verfügung stellen», berichtet Mike Altmann, Leiter des Görlitzer Projektes «Talenteschmiede». Die Initiatoren sind von der Resonanz überwältigt. «Damit kommen alle Schüler aus den neunten Klassen der beiden Schulen unter», freut sich Altmann. Die Jugendlichen sind aller zwei Wochen für einen kompletten Unterrichtstag in einem Unternehmen. Dreimal im Schuljahr wechseln sie den Betrieb, damit sie unterschiedliche Berufsbilder und Branchen kennenlernen. Für das Schuljahr 2009/10 ist bereits geplant, den «Praxistag im Unternehmen» auf den gesamten neuen Landkreis Görlitz auszudehnen.

Bis auf das Serviceunternehmen Twenty4help geben vor allem kleinere Firmen Schülern Gelegenheit, regelmäßig Praxisluft zu schnuppern. Konzerne wie Siemens oder Bombardier, die Görlitzer Stadtwerke oder die Stadtverwaltung beteiligen sich nicht. Ein Unternehmer, der das Vorhaben unterstützt, ist Seilermeister Helmut Goltz. «Wir holen etwas aus der Schublade, was zu DDR-Zeiten staatlich organisiert wurde», sagt der Inhaber der Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei. Wie es auch schon über Jahre in Westdeutschland üblich gewesen sei, sollte sich die private Wirtschaft in Kooperation mit Schulen jedoch selbst um Nachwuchs kümmern.

«Wir wollen auf lockere, aber intensive Weise zeigen, wie es in einem Betrieb läuft», sagt Goltz. Ihm geht es vor allem um das soziale Engagement, sich als Unternehmer in den Prozess der Bildung einzubringen. Er führt einen 1836 gegründeten Familienbetrieb mit derzeit 35 Mitarbeitern. Die Firma liefert überall dahin, wo Drähte und textile Seile gebraucht werden. «Die klassische Seilerei ist ein sehr selten gewordener Beruf», weiß der Handwerksmeister. Die Schüler dürfen sich bei ihm ein Bild von der körperlich schweren, aber abwechslungsreichen und sehr spezifischen Arbeit machen. «Das liegt manchem Jugendlichen nicht.»

Der Praxistag bietet zweifellos die Chance, Talente zu entdecken und zu wecken. Damit könnte Firmen die oft zeitraubende Suche nach dem passenden Auszubildenden erspart bleiben. «Jeder wird gebraucht, aber man muss ein gewisses Grundwissen mitbringen», findet Goltz. Dazu gehörten auch Tugenden wie Pünktlichkeit, Ordnung und die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren. Derzeit hat Goltz keinen Lehrling. Er legt Wert auf ein solides Bildungsniveau. «Wir nehmen keine Problemfälle mehr.»

Die Görlitzer Initiative greift weiter als das nur zweiwöchige Betriebspraktikum, das an Gymnasien in der neunten Klasse, an Mittelschulen in der achten, neunten oder zehnten Klasse vorgeschrieben ist. Nach Angaben der Sächsischen Bildungsagentur gibt es inzwischen darüber hinaus ein breites Spektrum von Projekten zur Berufsorientierung im Freistaat. «Schüler sollen möglichst nahtlos den Übergang in Ausbildung schaffen und Schulabbrüche oder Warteschleifen vermeiden», macht Pressesprecher Lutz Steinert deutlich. Alle Initiativen eint das Ziel, dass junge Leute Kontakte zu möglichen Ausbildungsbetrieben knüpfen und einen passenden Beruf - auch jenseits der Hitlisten - finden.

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Ausbildungsagentur Passgenau
www.ausbildung-passgenau.de Informationen zum neuen JOBSTARTER-Projekt von Lausitz Matrix


Praxistag in der Wirtschaft
www.praxistag.info Alle Informationen zum "Praxistag in der Wirtschaft"

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